Umbau/Neubau – Die Gewerke der Lyrik

15. November – 15. Dezember 2021
Ein onlinebasierter Tagungsreigen der Arbeitsgruppen im Netzwerk Lyrik

 
Im Rahmen der onlinebasierten Tagungen »Umbau/Neubau – Die Gewerke der Lyrik« trafen sich die sieben Arbeitsgruppen ›Distribution‹, ›Übersetzung‹, ›Wissenschaft‹, ›Poetische Bildung‹, ›Spokenword‹, ›Veranstaltungen‹ und ›Digitales‹, um gemeinsame Positionen zu bestimmen, Bewegungslinien auszumachen und zukünftige Projekte zu entwickeln.
 
Zwischen dem 15.11.21 und 15.12.21 fanden zwischen drei und fünf Zoom-Meetings pro AG statt, dergestalt, dass andere Gewerke je nach Bedarf eingeladen und gemeinsame Positionen gesucht und diskutiert wurden. Ein Eröffnungsstatement fasste jeweils zusammen, was bisher in der AG erarbeitet wurde und gab thesenhaft das Spektrum des Möglichen vor.
 

 

Auftakt und Abschluss: Die AG Spokenword stellt sich vor

 

Auftakt und Schlusspunkt von »Umbau/Neubau« bildeten zwei wortstarke Videos mit Beiträgen von 10 Poetinnen und Poeten der neu gegründeten AG ›Spokenword‹.

 

Mit Miedya Mahmod, Frank Klötgen, Dean Ruddock, Dominique Macri, Dirk Hülstrunk, ተመስገን ተስፉ (Temye Tesfu), Danielle de Picciotto, Josefine Berkholz, Arielle Cottingham, Wolf Hogekamp.
Moderation: Samuel J. Kramer

 

 

 

 

Pressemeldung

 

»Umbau/Neubau – die Gewerke der Lyrik« bauen zusammen am Kraftwerk Lyrik an:

Die Spoken Word-Szene tritt dem Netzwerk Lyrik e.V. bei

 

Berlin, 14. Dezember 2021.- »Umbau/Neubau – die Gewerke der Lyrik“« heißt ein Reigen von onlinegestützten Konferenzen, die der Netzwerk Lyrik e.V. mit allen in ihm vertretenen Arbeitsgruppen zwischen dem 15.11.21 und 15.12.21 veranstaltet.  Mit einem furiosen Sprach-Konzert der Spoken-Word-Künstler kommt am 15.12.21 zu Ende.

 

„Wer umbaut, hat am Ende ein neues Haus“, sagt Thomas Wohlfahrt, Erster Vorsitzender des Netzwerk Lyrik e.V. und Leiter des Berliner Haus für Poesie. Lyrik sei die Kunst, die wie keine andere harrt, endlich von ihrem eigenen Wesen her betrachtet zu werden „Dabei ist sie die älteste Kunstform der Menschheit“, so Wohlfahrt weiter. Nur ein Beispiel: in Kitas wie Schulen malen Kinder oder singen und musizieren selbst. Gebundene Sprache, zum Beispiel das Gedicht, kommt nur vor, wenn es auswendig gelernt, noch viel häufiger lediglich interpretiert wird. Gedichte zu schreiben heißt, gegen einen Wust von Vorurteilen und verstaubten wie schlechten Erfahrungen anzuschreiben.

 

Gesellschaftlichen Stellenwert schaffen – gemeinsame Interessen bündeln und durchsetzen

 

Hier etwas grundlegend zu ändern, etwas um- und neu zu bauen, hatte sich 2017 das Netzwerk Lyrik e.V. als bundesweit agierende Vereinigung unterschiedlichster Gewerke gegründet, die alle mit Lyrik zu tun haben, ihrer ästhetischer Spannweite im Hier und Heute Ausdruck zu verleihen und dazu beitragen wollen, dass es der Lyrik als Kunst wie deren Akteuren fortan besser geht.

Der Aufschlag ist kräftig: Ob Dichterinnen und Dichter, Übersetzerinnen und Übersetzer, Verlegerinnen und Verleger print wie online, VertreterInnen von digitaler Poesie ebenso wie die Bereiche poetischer Bildung inner-wie außerschulisch, VertreterInnen zeitgemäßer sound-und visueller Poesie oder Wissenschaftler und Veranstalter überall im Land, sie haben sich in den Konferenzen in wechselnden Konstellationen befragt nach deren Interessen aneinander und was gemeinsam getan werden muss, um der Lyrik in all ihren Erscheinungsformen den gesellschaftlichen Stellenwert zu schaffen, der ihr angemessen ist: Kunstform von Sprache zu sein und damit Kraftwerk, das verdichtet und gesellschaftliche und menschliche Konstellationen mit dem ihr innewohnenden Genauigkeitsanspruch zu benennen und zu durchdringen.

 

Keine einsamen Poeten in der Dachkammer mehr: Spoken Word tritt dem Netzwerk bei

 

Auch die deutsche Spoken Word-Szene ist nun dem Netzwerk Lyrik e.V. beigetreten, um auf ihre Weisen mit dem Bild des einsamen Poeten in der Dachkammer gründlich aufzuräumen.

Das Netzwerk lud im Herbst zehn Poetinnen und Poeten des Spoken Word vor die Kamera. Es entstanden zwei wortstarke Videos mit dem Titel „Soundaufschlag“, wovon das erste bereits unter https://youtu.be/dolhO6KcE1I aufgerufen werden kann. Die beiden Videos bilden den Auftakt und den Schlusspunkt zu „Neubau – Umbau“. In den Gesprächen selbst fanden die neu hinzugekommenen Performance-Poetinnen und -Poeten interessierte und inspirierende Gesprächspartner vor. Im Dialog mit Vertreter*innen der AG Poetische Bildung stellten sie zum Beispiel fest, dass Spoken Word für seine Bildungs- und Vermittlungsinhalte eigene Dozenturen und Austauschräume braucht, um dem wachsenden Bedarf in der Sprachlichen und Kulturellen Bildung gerecht zu werden.“ Sie diskutierten mit der AG Digitale Poesie und fragten: „Kann Programmieren / „Coden“ zur poetischen Praxis werden und wenn ja, wie geht das?“ Im offenen Austausch mit Lyrik-Verlegern wurde festgehalten, dass „Page Poetry“ („Buchlyrik“) und „Stage Poetry“ (Bühnenlyrik) gemeinsam verlegerische Chancen und Nischen schaffen können.

 

Anfang des kommenden Jahres erscheint eine Broschüre, die die Umbauten hin zum Neubau von Lyrik heute und in diesem Land, wie sie die Konferenzen miteinander formuliert haben, deutlich macht.

Die Spoken Word-Künstlerinnen und Künstler haben den Reigen der Konferenzen am 15.11. in Offenbach eröffnet, und sie bilden mit ihrem Konzert am 15.12.2021

ab 19.30: https://youtu.be/oJ9iJIR9ZbQ den Schlussakkord.

 

»Umbau/Neubau – die Gewerke der Lyrik« wurde möglich dank einer Förderung von BKM.

 

 

Gefördert von

 

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